#HTFU : willst du Swimrun machen, geh radeln…

Eigentlich ist das eher nicht meine Art – bin mehr der Typ der heimlich, still und leise vor sich hin übt und dann BÄM! einen raushaut (that’s „the Man, Davis style“ over „the Grip, San Diego style“). Dieses Mal mal anders: erst die Klappe gaaanz weit aufreißen und dann sehen, wo man bleibt.

Ich kann auch nicht mit der klassischen Thekenstory „… und zwischen dem 3. und dem 4. Bier kamen wir dann auf die Idee…“ dienen. Ganz profan geht es nur um das klassische „geht sowas überhaupt?“ bzw. sollte noch etwas Komfortzonen-Randberührung her, denn nach dem Ironman ist bekanntlich vor dem Borås ist vor Roth.

Kurzum: die Rapha Festive 500 klangen mir schon immer nett, allerdings recht eindimensional (500 km Radeln zwischen 24. und 31. Dezember).
Also den Rest eines Ironman dazu (3,86 km Schwimmen, 42,195 km Laufen), ein lautes „Alle hin da!!“ in den besten Verein der Welt gerufen und hoffen, dass sich niemand meldet.
So wurden es acht Mitstreiter*Innen zum „inaugural“… Tusch! Tschingdarassa!! Torööh!!!

Festive 546,055 – SpeckWegEndspurt 2014

F546055_borasblog

Rein rechnerisch ergibt das also pro Tag

  • 482,5 Meter Schwimmen (bitch please)
  • 62,5 km Rad (me and my big mouth…)
  • 5,275 km Lauf

am Anfang der Saisonvorbereitung mit einem Hauch von Fitness. Here’s what happened:

24. Dezember 2014 – Tag 1

In der Vorwoche fällt mir plötzlich ein, dass am 24.12. Heiligabend ist. Bedeutet bei uns gemeinsam frühstücken, Baum schmücken, letzte Vorbereitungen für den Abend machen, um 17:00 Uhr dann Aufschlag bei Schwiegerelters zum Dinner.
Wo soll man da Rad fahren… „Family first“… am ersten Tag den ersten Ruhetag = 71,43 km neues Tages-Soll Rad. Um Schwimmen und Laufen mache ich mir erst mal keine Gedanken.
Einen steigenden Tageskilometer-Berg ab Tag 1 will ich auch nicht vor mich hinschieben, somit die Optionen „Doppelte Dosis Rad“ (Puffer), „normaler Tagessatz“ (Konstanz), „Hauptsache dreistellig“ (Puffer).
Wie auch immer, jede Art von Sport muss ca. um 09:00 Uhr beendet sein also stehe ich erstmals um 04:00 Uhr an Heiligabend auf, Start um 05:00 Uhr, die ersten 106 km sind drin!

Rest S – B – R: 3,86 – 394 – 42,195 km
Tages-Soll: 0,551 – 56,3 – 6,03 km
Kalorienverbrauch bislang: 3208 Kcal

25. Dezember 2014 – Tag 2

Ähnlich wie gestern Dinner bei uns um 17:00 Uhr, etwas mehr Luft für Sport, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, als „Ruhetag“ und nur 47,9 Rad. Die Kollegen melden ihre ersten km 🙂

Rest S – B – R: 3,86 – 346,1 – 42,195 km
Tages-Soll: 0,644 – 57,7 – 7,03 km
Kalorienverbrauch bislang: 4632 Kcal

26. Dezember 2014 – Tag 3

Radius ausweiten, alle drei Sportarten machen (aka „Triple“), regenerativ Radeln. Das Hungergefühl sinkt langsam. Muskulatur nimmt den erwarteten Zustand an. „Ganz locker“ Laufen ist erfreulich schnell 😉

Rest S – B – R: 2,31 – 326,9 – 30,09 km
Tages-Soll: 0,462 – 65,4 – 6,06 km
Kalorienverbrauch bislang: 1,5 Glas Nutella

27. Dezember 2014 – Tag 4

Hungergefühl ist weg, der Körper hat wohl auf „Fatburn“ Modus umgeschaltet. Laufen ist nicht gut für die Karosserie (Gelenke & Bänder) also lassen wir das. Schwimmen auch, durchatmen.
Der Winter ist da. Und wie! Vereiste Straßen lassen kein Radeln draußen zu, also muss ich umschwenken von der ursprünglichen „Radeln gilt nur draussen“-Attitüde und Rule #9 canceln:

Bildschirmfoto 2014-12-28 um 13.32.06

Ergibt 2:47:52 h auf der Rolle, psychologisch wertvoll unter 250 km Rad-Rest zur Halbzeit. Mitstreiterin in Belgien meldet „145km bike, 24km run“ uff…

Rest S – B – R: 2,31 – 242,25 – 30,09 km
Tages-Soll: 0,578 – 60,56 – 7,52 km
Kalorienverbrauch bislang: 8466 Kcal

28. Dezember 2014 – Tag 5

So langsam artet das hier in Sport aus – „controlled overtraining“ trifft es besser. Drei Stunden auf dem Turbo.
Muss den Lauf-Schnitt halten, besser noch senken – hab keinen Bock, am letzten Tag ’nen Halbmarathon laufen zu müssen. Straßen weiter vereist, -5 Grad, die Frisur sitzt. Die Beine brummen, verschlechtern sich aber nicht weiter. Rad auf der Rolle, Tages-Soll Rad unter 50 gedrückt 😉
Kollege Lars D. und Arthur „das Laufwunder“ (a.k.a. Borås-Partner) sind heute 11 x um den Öjendorfer See gelaufen, 42 km unter 4h, uff…
Swim another day.

Rest S – B – R: 2,31 – 149,65 – 21,75 km
Tages-Soll: 0,77 – 49,89 – 7,25 km
Kalorienverbrauch bislang: 1,5 kg Butter

29. Dezember 2014 – Tag 6

Mag sein, dass hier noch Kilometer gemacht werden müssen – aber irgendwie brauch ich auch mal Ruhe. Bisschen Lauf, bisschen Rad. Gut ist, das ich mir keine Sorgen mache, wie das Tageskilometer-Soll klettert.

Rest S – B – R: 2,31 – 116,47 – 18,45 km
Tages-Soll: 1,16 – 58,24 – 9,23 km
Kalorienverbrauch bislang: 12391 Kcal

30. Dezember 2014 – Tag 7

Wieder ein Triple, Kilometer wieder hoch, läuft bei mir. So langsam ist es meinen Beinen auch egal, was sie noch alles machen sollen. Bisschen Schwimmen, Laufen erfreulich langsam (Puls) und schnell (Schnitt), Rad „Shut Up Legs!“.

Spätabends dann der Schock: ich hätte mal die Öffnungszeiten meines Schwimmbads an Silvester checken sollen – das hat dann nämlich zu, wie auch die anderen Bäder der Umgebung – das riecht nach DNF! Bleibt ein Erlebnisbad weiter weg, dort dann Slalomschwimmen um Krampfadergeschwader-Bojen oder so… hilft ja nix…

Rest S – B – R: 1,21 – 38,37 – 5,15 km
Tages-Soll: siehe oben
Kalorienverbrauch: 15597 Kcal

31. Dezember 2014 – Tag 8

Etappe 1: Schwimmen in der Therme Sinsheim. Bin positiv überrascht, es gibt ein Sportbecken inkl. abgetrennter Sportschwimmer-Bahn – so mags der Mic. Keine „Bojen im Wasser“, Schwimm-Km komplett 😉

Etappe 2: Läufchen bei Puls 127 „sub-magic“ (= unter 5:43 / km, das sind der magische 4h-Marathon im Triathlon), Lauf-Km komplett 😉 😉

Etappe 3: Rad 41 Km,  Strecke komplett 😉 😉 😉

Summe S – B – R: 4,1 – 502,7 – 42,6 km
Kalorien: 17354 Kcal
Zeit: 23 Stunden 51 Minuten 20 Sekunden

Übersicht:
Bildschirmfoto 2014-12-31 um 18.34.51

Epilog

„Ja.“ ist die Antwort auf die Eingangsfrage „geht das überhaupt?“. Die Aktion war sehr gut für den Kopf und die Einstellung zum Thema „Geschwindigkeit vs. Leistung“. Cool war auch das Mitziehen der Klubkollegen – Zitat „Dank auch an Mic für diese selten dämliche Idee“…
Das Balancieren von 2 Sportarten, die auf die Beine gehen nebst dem Schwimmen ist nicht ohne, eine „Bein-Sportart“ würde auch reichen – womit wir wieder beim Thema „Swimrun“ wären ;-).
Da gibt es noch diesen einen Spruch, der erstmal gut klingt, mir jetzt aber noch mehr ans Herz gewachsen ist:

„Speed is Sex, Distance is Love.“

Des weiteren noch ein Spruch – diesmal meiner – der mich in der Vorbereitung auf dem IM Lanzarote und jetzt auch in der #Festive546055 begleitet hat (und weiter wertvoll bleibt):

Dem Kurs ist es egal, was du von ihm hältst.
Es ist ihm egal, wie fit du bist.
Es ist ihm egal, wie es dir dabei geht.
Es ist ihm egal, wie das Wetter gerade ist.
Komm damit klar!

Bildschirmfoto 2014-12-31 um 18.24.26

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen ausser:

PARTY ON! ES IST SILVESTER!! HAPPY NEW YEAR!!!
jakeewooddance

ps.
#HTFU stand für „Harden the Fuck Up!“. Steht nun für „Hardened the Fuck Up.“

pps: Dieses Jahr keinen Sport mehr, nur noch Feiern.

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Ein Gedanke zu “#HTFU : willst du Swimrun machen, geh radeln…

  1. Pingback: la Résurrection (le premier coup) | the road to Borås

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